muhaha?

Bin unterwegs und mich umgibt
ein Duft von Freiheit und See.
Mal bin ich hier, mal bin ich dort,
sehr lang verweil' ich nie.

Ihr zeigt mit Fingern hämisch auf mich,
ob der Lumpengestalt.
Und kaum bin ich an euch vorbei,
erwischt die Sehnsucht euch kalt.

Schon bin ich fort, schon bin ich fort.
Ich ziehe meiner Nase nach.
Ich halte sie stets im Wind.
Schlaf ich nich heut, so tu ich's morgen
wo mein Leib hin nieder sinkt.

Völlig frei und ungebunden,
keine Kette, die mich hält.
Ich bin an keinen Eid gebunden,
trampe frei durch diese Welt.

Schon bin ich fort und schon bin ich fort.
Bin unterwegs, bin auf der Reise.
Ich will nirgendwo hin.
Bin unterwegs auf meine Weise,
und das ist der Sinn.
Bin unterwegs
und mich umgibt ein Duft von Freiheit und See.
Die Erde dreht sich rund um mich, in ihrem Mittelpunkt ich steh.

Ich ziehe meine eigenen Wege,
auf keiner Karte er gemalt.
Das Ziel ist vor mir und ich strebe
und doch erreiche ich's nich so bald.

Ich hat noch nie, ich hab keine Sorgen.
Versuch' den Horizont zu haschen,
ich atme Luft und schmecke Regen,
hab nur Sand in den Taschen.

(Schandmaul, Bin Unterwegs)




Geheimnis
Wir seufzen nicht, das Aug ist trocken,
Wir lächeln oft, wir lachen gar!
In keinem Blick, in keiner Miene,
Wird das Geheimnis offenbar.

Mit seinen stummen Qualen liegt es
In unsrer Seele blutgem Grund;
Wird es auch laut im wilden Herzen,
Krampfhaft verschlossen bleibt der Mund.

Frag du den Säugling in der Wiege,
Frag du die Toten in dem Grab,
Vielleicht daß diese dir entdecken,
Was ich dir stets verschwiegen hab.
(Heinrich Heine)



Nähe des Geliebten
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh' ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O, wärst du da!


(Johann Wolfgang von Goethe)


Plötzlich habe ich gespürt,
wie es ist,
wenn die Sonne
am Morgen nicht mehr aufgeht.

Wenn die Dunkelheit
sich ums Herz legt,
Kälte durch den
ganzen Körper zieht.

Nur noch Einsamkeit,
Angst und Trauer um das,
was meine Seele
gestern noch erwärmte.

Und endlich
verstehe ich
Lapplands Sehnen
nach dem Süden
(aus dem Net)

Wie oft hab ich mich nach dir gesehnt.
Wie oft hab ich zu dir gefleht.
Wie oft hab ich dich verflucht.
Wie oft hab ich dich geliebt.
Wie oft hab ich dich gesucht.
Du kannst nicht fliehen,
vor meinem brennenden Herz.
Du kannst dich nicht verstecken,
vor meinem brennenden Herz.
Es wird dich finden,
mein brennendes Herz,
und dich für immer an mich binden.
Auf ewig mein brennendes Herz.
Wie oft hab ich dich gehasst.
Wie oft hab ich dich geschlagen.
Wie oft hab ich dich verdrängt.
Wie oft hab ich dich vergessen.
Wie oft wollte ich dich besitzen.
Wie oft wollte ich dir gehören.
Du kannst nicht fliehen,
vor meinem brennenden Herz.
Du kannst dich nicht verstecken,
vor meinem brennenden Herz.
Es wird dich finden,
mein brennendes Herz,
und dich für immer an mich binden.
Wie oft wollte ich dich verletzen.
Wie oft haben wir uns gemessen.
Wie oft hast du mich genommen.
Wie oft hast du über mich gewonnen.
Wie oft hast du mein Verhalten ignoriert.
Wie oft hast du mich toleriert.
Du kannst nicht fliehen,
vor meinem brennenden Herz.
Du kannst dich nicht verstecken,
vor meinem brennenden Herz.
Es wird dich finden,
mein brennendes Herz,
und dich für immer an mich binden.
Mein brennendes Herz...
Mein brennendes Herz...
So fing es an:

Es sitzt der Rabe
An des Meisters Seite
Mit seiner dunklen Gabe
Geht das Blut im Flakon zu Neige
Die Sterne funkeln
In des Himmels dunkeln
Der Mond erstrahlt
Der schwarze Fährmann wurde schon bezahlt

Überall nebel
Alles grau in grau
Nur der unwirkliche schrei der krähe
Durchbricht die stille
In der die eiche
Wie eine gefangene
Die toten äste
Gen himmel streckt
aus dem Net

Gedicht der Nacht

Ihr Herz war einst so warm wie ein Sonnenstrahl,
doch dann traf sie ein Schatten.
Er nahm ihr in einer einzigen Stunde alle Wärme,
jedoch nicht ihre Kraft.

Nun ist sie die Königin der Nacht.

Wenn sie erscheint,
schieben sich die Wolken vor Mond und Sterne
Sie schaut hinab auf die Dunkelheit
und sucht sich eine schwarze Seele.

Der Spieler denkt, als er sie sieht,
es hat ein leichtes Spiel mit ihr.
Sie schenkt ihm ein kaltes Lächeln
und seine Kraft schwindet langsam in ihren Armen.

Als es zu spät, schaut er ungläubig sie an,
doch nur Kälte in ihren Augen blitzt,
sie lässt ihn fallen...
und nichts übrig bleibt vom dunkl'en Spieler.

Nun hat sie ihr unheilvolles Werk vollbracht
und lacht laut in die Nacht.
aus dem Net

The W$K
zwischen allen Stühln hast du dich gesetzt
rational, gefühls und völlig entsetzt
und die bunten Trümmer ihrer grauen Existenz
machen sie bloß dümmer wie sie stolz lachen,
wenn du ihre Ruinen erkennst

und keiner von denen weiß wie es dir geht
wenn sich deine Welt nicht mehr dreht sondern steht
und keiner von denen weiß wie es dir geht

Selbstsucht ist die Frage
und die Antwort ist der Stolz
sechsstellige Sorgen drücken ihnen den Charakter an den Augen raus
Milliarden Wahrheiten
dir würde eine einzige genügen
wie die letzte Oase in einem Ozean aus Lügen

und keiner von denen weiß wie es dir geht
wenn sich deine Welt nicht mehr dreht sondern steht
und keiner von denen weiß wie es dir geht






Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde. Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle...
Kafka